Teil 5 - Darwin to Perth
16. September bis 12. November 2002

Also wo sind wir stehen geblieben... ahja, unser Held (natürlich ich ;-))
was also gerade in Darwin am Geniessen des schönen und warmen Wetters... Das
einzige was ihm auf die Nerven gegangen ist sind die unzähligen Fliegen, die
dauernd versuchen in Ohren, Nase und Mund zu gelangen... aus diesem Grund hat
er sich auch bald von der Fliege bssbrrssrbbs welche den letzten Bericht
geschrieben hat getrennt... und darum schreibe ich die Berichte ab sofort wieder
selber... ;-)
Naja, sehr viele Berichte wird es ja wahrscheinlich nicht mehr geben...
leider muss ich Australien schon bald verlassen (ja, ich weiss es sind immer
noch 2 Monate, aber was ist das schon verglichen mit den vergangenen 9?).
Ich habe ja schon vielfach gehört dass ich ja schon wieder heimkommen soll und
endlich wieder mal was tun sprich arbeiten solle... hmm... arbeit? was ist
das? achso, die Tätigkeit wodurch das Bankonto wiedermal ein bisschen
positivere Zahlen sieht... hmm, somit wären wir ja gerade beim Punkt: Geld! Ich könnte
ja gut noch eine Zeitlang in New Zealand oder Asien verbringen, wenn da
nicht mein Flugticket im Februar ablaufen würde.. und ein neues Ticket ist eben
ein bisschen teuer... also, wenn jemand ganz froh ist, wenn ich euch zuhause
noch ein bisschen in Ruhe lasse und eine Weiterreise und somit weitere
spannende Berichte und tolle Photos sponsoren möchte, gebe ich gerne meine
Bankverbindungen bekannt! :-)
Also, nachdem ich wiedermal viel gesagt aber nichts erzählt habe gehts nun
definitiv los!

Ich hatte also eine super Zeit in Darwin, wie eigentlich überall. Nach
etwa drei Wochen ausruhen vom Reisestress und relaxen wurde es dann aber
Zeit weiterzuziehen. Die meisten Leute welche ich auf dem Campingplatz
kennengelernt hatte brachen am selben Tag auf und somit viel es auch
leichter einmalmehr goodbye zu sagen. Das ist halt die Schattenseite, je
mehr Leute man kennenlernt desto öfter heisst es auch Abschied nehmen.
Anyway, immerhin hat sich die Engländerin Liz spontan entschieden ihr
Busticket zu verkaufen und mich bis nach Broome zu begleiten. So gings
also los, zuerst nochmals zu den genialen Douglas Hot Springs und dann
nochmals kurz Kathrine Gorge, welches Liz noch nicht gesehen hatte.
Einen Besuch im Kakadu Nationalpark (dort wurde vor ein paar Wochen eine
deutsche Touristin von einem Krokodil getötet, als sie mit ihrer
Tourgruppe für einen Mitternachtsschwumm im Wasser war..) habe ich
übrigens ausgelassen, da die meisten Attraktionen nur mit einem 4WD
erreichbar sind und ich keine Lust hatte eine Tour zu buchen...
Schon bald gabs aber auch für mich wieder Neuland zu entdecken. Im
weniger bekannten Gregory National Park machten wir einen Abstecher ins
Limestone Gorge. Die schmale Kiesstrasse führte uns an interessanten
Felsformationen, riesigen Boab Bäumen und vielen gemütlichen Plätzchen
welche zu einem Stop einluden vorbei. Ein kurzer Spaziergang führte uns
dann zu einer Platform mit super Aussicht über das Tal und die weissen
Wasserfälle. Das Beste am ganzen ist, dass sich nur wenige Touristen
dorthin verirren! Ein echter Geheimtipp! Die darauffolgende Nacht war
dann wohl die heisseste ever... (nein, nicht was ihr jetzt denk!) mein
Thermometer hat am abend um 10 volle 35° gemessen! da wäre es ganz nett
gewesen ein klimatisiertes Zelt zu haben!
Wieder zurück auf dem geteerten Highway, musste ich nochmals so richtig
Gas geben und schauen wie schnell mein Mazda so fahren kann: 190! Nein,
keine Angst ist ja nicht gefährlich, da weit und breit keine Kurve in
Sicht war. Und da es in den Northern Territory ausserorts keine
Geschwindigkeitsbegrenzung gibt habe ich auch keine Busse riskiert ;-)
Schon bald waren wir dann in Western Australia, womit ich meinen Fuss in
alle Staaten gesetzt habe...
Kununurra, die erste und weit und breit einzigen Ortschaft lebt von den
Fruchtfarmen rundherum. Darum sind dort auch viele Backpacker
anzutreffen, welche als Fruchtpflücker arbeiten. Wir allerdings haben
den Ort nur als Zwischenstation und zum Auffüllen von Benzin und
Lebensmitteln genutzt. Leider war Lizs Zeit beschränkt, da sie eine von
Broome startende Tour gebucht hatte. So zogen wir also zügig voran,
übernachteten auf Raststetten und Besuchten den Geikki Gorge National
Park, wos allerdings für ein längeres Erkunden zu Fuss einfach zu heiss
(über 40°) war!
Und so waren wir also schon bald in Broome, wo Liz am nächsten Morgen
ihre Tour in Angriff nahm und ich wiedermal elleine da stand...
Habe dann zuerst mal die Gegen auskundschaftet, alle superschönen
Strände besucht und vergeblich nach den originalen Dinosaurier
Fussabdrücken gesucht! Dafür habe ich dann im über 100 jährigen
Deckchair (Liegestuhl) Kino "The Sum of All Fears" angeschaut. Der Film
war zwar nicht gerade der Hit und auch nicht unbedingt passend, aber die
Atmosphäre war gut und der Deckchair bequem!
Ganz nach dem Motto "mal schauen was passiert" war ich also nicht in
Eile eine neue Reisebegleitung zu finden und hatte vorderhand darauf
verzichtet eine Notiz ans Anschlagbrett zu hängen... und prompt, als ich
so gemütlich mit einem Bierchen vom meinem Zelt sass kam die deutsche
Kris daher, um sich bei meiner australischen Nachbarin einzuquartieren.
Das war Grund genug ein ein bisschen zu quatschen (in englisch
wohlverstanden) und da hat sich schnell herausgestellt dass sie auf der
Suche nach einem Lift nach Perth war... perfekt! Auch für ihre Kollegin,
die schweizerin Mirjam war noch ein Plätzchen frei und so war also alles
Klar für die Weiterreise.
Zuvor hatte ich mich aber entschieden nochmals ein bisschen zurück, in
die falsche Richtung zu fahren, um ein paar Orte zu besuchen, welch wir
aus Zeitgründen zuvor ausgelassen hatten.
So war ich also nochmals zwei Tage alleine unterwegs und fuhr zum Tunnel
Creek National Park, einer Höhle welche mit der Taschenlampe, durch
Wasser watend erkundet werden kann... cool! Ich übernachtete im
nahegelegenen Windjana Gorge National Park. Auf dem Weg dorthin hatte es
an einer Stelle ziemlich viel Wasser auf der Strasse, welches ich zum
Glück auch ohne 4WD überwinden konnte...
Tagsdarauf nahm ich den Walk durch den Nationalpark in Angriff, wo ich
soviele (süsswasser) Krokodile wie noch nie auf einem Haufen sah! Weiter
gings nach Derby, wo ich den Jetty und den Boab Prison Tree, ein Baum
der früher als Gefängniszelle(!) gebraucht wurde, besucht. Schon bald
war ich dann zurück in Broome und bereit für die Weiterreise in neuer
Begleitung.
Am ersten Tag standen dann mal 600km auf dem Programm... zwischen Broome
und Port Hedland gibt es ausser dem Eighty Mile Beach nichts zu sehen
und darum starteten wir mit einer langen Fahrt, welche nur durch Lunch-,
Tank- und einem Stopp am obengenannten Strand für eine Abkühlung
unterbrochen wurde...
Wir übernachteten auf einer gemütlichen Raststätte direkt am Fluss (Grey
River). Dort lernten wir die Hollänter Jannes, Diane, Styn und Ria
kennen. Es kam heraus, dass wir die nächste Nacht wahrscheinlich wieder
auf der gleichen Raststätte, beim nächsten Fluss verbringen werden...
und so kam es auch... Port Hedland nutzten wir um einzukaufen,
aufzutanken, eine kalte gratis Dusche zu nehmen und zwei neue Pneus zu
kaufen um für die bevorstehenden Kiesstrassen bereit zu sein... wie
vermutet trafen wir also die Holländer am Abend wieder. Wir hatten einen
gemütlichen Abend mit Bier, Wein und... nein, kein Gesang, dafür Musik
aus dem Radio... ;-)
Weiter gings in die Geisterstadt Cossack, welche allerdings nicht viel
geisterhaftes an sich hat. Wir haben ein paar Photos der Ruinen
geschossen und anschliesend am nahegelegenen Strand eine Abkühlung
genommen. In Karratha wollten wir dann ins Visitor Centre, welches aber
eigentlich schon geschlossen gewesen war, da es (von uns nicht
realisiert, da nicht relevant) Wochenende war. Da machten wir einmal mehr
eine super Erfahrung mit der ausserordentlichen Freundlichkeit der
Australier. So haben wir alle benötigten Informationen von einem netten
Herrn bekommen, der im Visitor Center arbeitet und der, da dieses
geschlossen war, aussenvor stand und hilfsbereit Auskunft gab! Zudem
konnten wir auch die für die Kiesstrasse entlang der Eisenbahn benötigte
Bewilligung erlangen. Diese war kostenlos und wird nur benötigt, da es
sich um eine Privatstrasse handelt und mit der Bewilligung akzeptierte
ich, dass die Eisenbahn jede Haftung ablehnt... reine Formsache...
Wir machten dann noch einen Spaziergang, welcher sich als länger als
erwartet herausstellte, da es nicht einfach war den richtigen Weg zu
finden, um ein paar Aboriginal Rock Art Zeichnungen zu sehen.
Es wurde dann schon dunkel (um 5!) als wir die nächste Raststätte in
Miaree Pool erreichten. Das Feuer der Holländer zeigte uns den Weg und
die von ihnen im Campoven gemachte Pizza war genial und füllte unsere
Mägen! So ergab sich einmalmehr ein toller Abend rund ums Lagerfeuer...
Da die Holländer den Kiesstrassen ausweichen wollten, sollten wir sie
für ein paar tage nicht sehen, machten aber aus, uns ev. im Karijini
Nationalpark oder aber spätestens in Exmouth wieder zu treffen.
So fuhren wir am nächsten Tag, nachdem wir Vorräte für ein paar Tage
eingekauft hatten, auf einer Kiesstrasse hinunter zum Milstream
Chichester Nationalpark. Der Ausblick der sich uns bei der Einfahrt zum
NP präsentierte  war genial und das anschliessende Bad im Phyton Pool
fantastisch! Zum Glück kann man in dieser Gegend endlich wieder in jedes
Wasser hüpfen ohne aufgefressen zu werden, da es südlich von Port
Hedland keine Krokodile mehr hat!
Die Nacht verbrachten wir auf einem gemütlichen Campingplatz im
Nationalpark, direkt neben einen zum Bad einladenden Fluss. Am nächsten
Morgen besuchten wir noch das Visitor Center, welches eine kleine
Austellung beherbergt, und spazierten den kurzen aber interessanten
Homestead Walk.
Und dann gings weiter auf der Hamersley Railroad Acces Road, für welche
wir zuvor die Bewilligung eingeholt hatten. Zeitweise war die Strasse in
sehr gutem Zustand, zeitweise wurde es ziemlich holperig... Die
unza:hligen Querrillen verunmöglichen ein aber ein langsames fahren...
mit 40 schüttelt es unerträglich und eigentlich möchte man dann lieber
noch langsamer fahren, aber ab 70 wirds deutlich besser... man fliegt
förmlich über die Rillen hinweg... Ab und zu kam ein endlos langer Zug
auf den parallel zur Strasse verlaufenden Schienen entgegen. Dann
hielten wir jeweils an um ein Photo zu schiessen, was vom
Lokomotivführer mit dem Horn erwiedert wurde... das war mal eine etwas
andere Strasse welche uns zum nächsten Nationalpark, dem Karijini NP
führte. Ich kann schon vorwegnehmen, dass dies an der Westküste mein
absolut favorisierter NP ist! Von Westen her in den Park einfahrend, war
das wenig besuchte Hamersley Gorge als erstes auf dem Plan. Die
verschiedenen Gesteinschichten sind hier sehr gut zu sehen, und an den
verkrümung dieser kann sieht man was für eine Kraft da gewirkt haben
muss auf eindrückliche Weise. Aber natürlich waren wir nicht nur dort
wegen dem Gestein sondern auch um ins Wasser zu springen und abzukühlen.
Um die weiteren Attraktionen des Parks zu sehen, mussten wir nochmals ein
Stückchen Autofahren, da ein anderer Eingang dorthin führt. So
campierten wir ausserhalb der NP auf einem Lookout... So günstig wie
möglich war die Devise und darum kamen uns Plätze wie dieser gerade
recht... Tagsdarauf gings in die Schlucht hinunter, zuerst zum Circular Pool
und
dann dem Tal entlang zu den Fortescue Falls... hier und da war ein
erfrischendes Bad angesagt. Wir nahmen uns schön Zeit und so war es
schon bald wieder Zeit unser Camp im NP einzurichten... und ratet mal
wen wir da wieder angetroffen haben: natürlich unsere holländischen Freunde!
Das absolute Highlight folgte am nächsten Tag: zuerst gings ins
Hancock Gorge... ein relativ steiler Weg führt hinunter in die Schlucht und
dann gehts dem immer enger werdenden Tal entlang... zeitweise muss dem
Felsen entlang geklettert werden um weiterzukommen... wow... zurück auf
dem gleichen Weg und als nächstes ins Weano Gorge... das selbe Prozedere
hier... und dann kommt man zum Handrail Pool... und wo gehts weiter? aha,
Badehose montieren, ins kalte Wasser steigen und die nächsten paar Meter
schwimmend überbrücken! Dann nochmals ein bisschen klettern, schwimmen
usw... so kamen wir also zum nächsten Pool, wo sogar die Sonne ins die enge
Schlucht hinunterschien. Noch ein paar Meter weiter und wir standen oberhalb
eines Wasserfalls, welcher zwischen engen Flesen ins nächste Tal
hinunterfliesst... wow! Da wars dann doch ein bisschen Steil und so
hiess es den gleichen Weg zurück zu nehmen... Das ganze war echt genial
und sehr abenteuerlich! wow...
Trotzdem hiese es natürlich wiedermal weiterziehen... so waren wir also
auf einer Kiesstrasse in Richtung einer Raststätte unterwegs und es
wurde schon langsam dunkel... Die anfangs schlechte Strasse wurde immer
besser und so fuhr ich auch immer ein bisschen schneller... und da
tauchte plötzlich etwas im Scheinwerferlicht auf: oh sch... Kühe in der
Mitte der Strasse... Quitsch und Rutsch... Phu! Das war knapp! Bin nicht
sicher ob die Kühe oder ich mehr erschracken... auf jedenfall nutzten
wir die nächstbeste Möglichkeit als Nachtlager...
Am nächsten Tag hiess es dann Radwechseln... ein Stein hatte es sich im
Pneu gemütlich gemacht und so verlor dieser langsam aber sicher seine
Luft... Naja, wenns weiter nichts ist... touch wood!
Schon bald erreichten wir Exmouth, wo wir unsere Holländer trafen und
Diane und ich sogleich einen Tauchtrip buchten um das Ningaloo Reef
auszukundschaften. Wir waren beide schon aufgeregt endlich wiedermal
einen Tauchgang zu machen... So gings am nächsten Morgen also aufs
Tauchboot. Anstatt der Aufregung schlugen uns aber dann eher die Wellen
auf den Magen... Trotzdem hiess es natürlich die ganze Ausrüstung
montieren und ab ins Wasser... ah und schon gehts besser... Auf dem
Tauchgang sahen wir tausende Fische... und dann hatte ich plötzlich so
ein Pfeiffen im Ohr... hmm... ists mein Ohr oder was... Nein, das müssen
Wahle sein! Wow... defintiv Wahle! Zurück auf dem Boot gings gleich
weiter zur nächsten Tauchstelle und auch das geschaukle ging wieder
los... ich sitze also so dort, versuche ein bisschen zu entspannen...
und dann plötzlich ne Stimme: Whales! Was... Wo... Wo ist meine
Kamera... und da waren sie... 4 oder 5 Humpback Whale nur ein paar Meter
vom Boot entfernt... Wow... naja mit der Kamera war ich nicht schnell
genug aber das war ein super tolles Erlebnis... Auf dem zweiten Tauchgang
sahen wir dann nochmals unzählige Fische und einen Haifisch, von dem ich
es diesmal schaffte ein Photo (auch wenn er darauf nur halb zu sehen
ist) zu schiessen.
Zusammen mit den Holländern machten wir uns dann auf in den Cape Range
Nationalpark. Dort wars vorallem eines: windig! So bastelten wir uns
also einen mehr oder weniger wirksamen Windschutz...  Wir gingen
schnorkeln in der Tortoise Bay, mit der Ausbeute mehrere Schildkröten
und einen Ray gesehen zu haben. Das geniale am Ningaloo Reef ist, dass
es, ungleich dem Great Barrier Reef, nahe der Küste verläuft und bequem
vom Strand her erreichbar ist.
Am Abend gabs ein feines Seafood Dinner zu Jannes Geburtstag. Den
improvisierten Geburtstagskuchen haben Diane und Kris mit Pancakes
hergezaubert! Mmmh was für ein Festessen!
Dann hiess es vorerst Abschied nehmen und wieder getrennte Wege gehen,
da die Holländer sich auf die Suche nach Arbeit machten und ich nochmals
tauchen gehen wollte.
Dazu fuhren wir nach Coral Bay, von wo aus ich nochmals zwei Tauchgänge
machte, diesmal ohne Seekrank zu werden... gesehen habe ich diesmal
einen Frogfish, welcher sich in einer Höhle verschanzt und nur den Kopf
herausstreckt, ein paar Aale, einen weiteren Ray und tausen andere
Fische.
Etwa eine halbe Stunde zu Fuss dem Strand entlang von Coral Bay befindet
sich eine Shark Nursery, wo die Haifische ihre Jungen aufziehen... Da es
sich um ungefährliche Black Tip Reef Sharks handelt, kann man ins
Knietiefe Wasser steigen und die Haie, welche bis auf etwa 2 Meter heran
kommen, aus nächster Nähe betrachten! Fantastisch!
Weiter südlich, in Carnarvon besuchte ich einen Bananen Plantage. Wir
liefen den einen Kilometer langen Steg (Jetty) ins Meer hinaus, wo wir
riesige Schildkröten zu Gesicht bekamen. Am Abend hatten wir einmalmehr
ein BBQ mit den Holländern, welche dort Arbeit gefunden hatten.

Auf dem Weg nach Denham stopten wir in Hamelin, um die dortigen
Stromatoliten zu betrachten. Am Strand hats hier nicht etwa Sand, sondern zermahlene
Muscheln! Bis zu einigen Metern tief nur Muscheln! Aus der Tiefe haben die hier
früher Blöcke herausgeschnitten und damit Häuser gebaut! Unteranderem die
Kirche in Denham, welche wir dann auch besichtigten. Die Girls sind sogar zur
Sonntagsmorgen Messe, wozu ich allerdings nicht zu Begeistern war.
In Monkey Mia kommen Delphine zwei bis dreimal an den Strand wo sie
gefüttert werden. Da wir sie gerade verpasst hatten, haben wir eine Nacht auf dem
Campingplatz dort verbracht und ein bisschen den gemütlichen Strand genossen. Am
nächsten Morgen haben wir die Delphine dann auch tatsächlich zu Gesicht
bekommen.
Wir trennten uns hier leider von Kris, welche auf einen Job in der Delphin
Forschung hoffte.
So nahmen wir also den restlichen Weg nach Perth zu zweit unter die Räder.
Ein weiterer Nationalpark lag auf dem Weg, der Kalbarri NP. Die Schluchten
konnten uns, nachdem wir diejenigen im Karijini NP gesehen hatten, nur wenig
begeistern. Dafür der Küstenteil umso mehr! Wir genossen einen tollen
Sonnenuntergang am Strand.
Die Küstenstrasse am darauffolgenden Tag war echt genial und wir mussten ein
paar Sops einlegen um ein Photo zu schiessen oder einfach die Aussicht zu
geniessen.

In Geralton wollten wir einen ausgewählten Campingplatz besuchen, aber
fanden nichts anderes vor als ein ehemaliger Campingplatz... Das Gras schon ein
bisschen hoch und der WC- und Duchblock abgerissen... hmmm... kein "campieren
verboten" Schild? naja warum dann nicht gratis campieren? gesagt getan... und
ganz in der Nähe fanden wir sogar noch eine Picknick Area mit gratis BBQ
Grill und daneben WC und (kalte) Dusche... perfekt und günstig!
Als letzten NP besuchten wir den Nambung NP, welcher für die Pinnacles, aus
dem Sand ragende Steinblöcke, bekannt ist. Das Wetter war zwar alles andere
als genial... Dunkle Regenwolken am Himmel, und ein unglaublich stark
blasender Wind, welcher und dazu veranlasste unseren Lunch im Auto einzunehmen. Dafür
war der Anblick der Pinnacles unglaublich spektakulär! Der vom Wind durch
die Gegend gewirbelte Sand, die bedrohlichen Wolken am Himmel und diese
seltsamen Pinnacles liessen das Ganze unwirklich, an eine Szene aus einem Star Wars
Film erinnernd, erscheinen! Und dann... Donner, Blitz und Regen... phu, ein
Gewitter in der Mitte der Wüste... Die Stimmung war voll genial, und für
einmal hatten wir also Glück, schlechtes Wetter zu haben... ;-)
Die geplante übernachtung auf einer Restarea liessen wir dann fallen und
fuhren stattdessen auf dem direkten Weg nach Perth, wo ein trockenes und
bequemes Bett auf uns wartete... Genau, für einmal hiess es also nicht campieren,
sondern wir buchten uns in einem Backpackers ein. Der anhaltende Regen und die
Nähe zum Ausgangsquartier machten uns diese Entscheidung leicht...
Schliesslich hatten wir die vergangen Wochen unglaublich günstig gelebt und konnten nun
ein paar Dollar mehr ausgeben.
Ich hatte dan fast einen halben Schock als ich durch die Stadt lief...
überall Leute, Shopping Centers und Action... phu... war mir das gar nicht mer
gewohnt... seit ich fünf Monate zuvor Brisbane verliess, war keine Stadt dieser
grössenordnung auf dem Weg gelegen. Cairns und Darwin sind ja beide nicht
sehr gross. Naja aber ich habe mich da dann doch recht schnell daran gewöhnt.
Auch gings hier wiedermal so richtig in den Ausgang, denn seit Darwin hat sich
diese Möglichkein nicht mehr geboten!
Mirjam nahm schon bald den Flieger nach Melbourne und so war ich wiedermal
alleine... sniff... aber halb so wild, es ist einfach zu einfach (too easy wie
die Australier sagen) Leute kennenzulernen. So habe ich mich für einen vom
Backpackers organisierten Besuch zu den Pferderennen angemeldet. Am Mittag
gings los mit einem feinen BBQ und einem Bierchen... dann gings zu den
Pferderennen, wo nochmal ein paar Bierchen folgten. Ich habe das erste Rennen live und
das zweite am TV mitferfolg. Beim dritten hatte ich keine Wette mehr laufen,
darum habe ich dieses auch gar nicht mehr mitbekommen... ich war ja nicht
wegen den Pferden dort... ;-) Die Australier nützen solch eine Gelegenheit
gerne mal für ein Bier und da muss man sich ja schliesslich anpassen, oder?
Achja, gewonnen habe ich übrigens beim Wetten nicht... wie erwartet nur verloren
;-) aber eben, es war ja nur zum Spass und nur ein paar Dollar... drinke dann
ein Bier weniger und dann habe ich das auch wieder drin... ;-)
Mit meinen englischen Roommates Jon und Dominic und ein paar weiteren Leuten
vom Backpackers habe ich ein paar Tage später ein Cricket Game besucht...
mann, war das langweilig! Und da ich am Abend zuvor im Ausgang war, hatte ich
nicht mal Lust auf ein Bier, was wohl nötig gewesen wäre um die Stimmung zu
heben. Gespielt haben übrigens England gegen Western Australien... und die
Engländer haben hochaus verloren! Das habe ich aber nicht mehr live gesehen, denn
das Game dauerte zwei Tage, und ich hatte nach dem ersten definitiv genug!
Dafür gingen wir am nächsten Tag Golf spielen! Die haben mich doch
tatsächlich auf den Platz gelassen! Damit sich die anderen nicht langweilen, bis ich
meine hundert Schläge bis zum Loch gemacht habe, haben wir in Zweierteams
gespielt und jeweils den besseren Schlag genommen... war halt dann meistens nicht
meiner, da die Andern ein bisschen mehr Golferfahrung haben... macht nichts,
wir hatten viel Fun, das Wetter war toll und die Aussicht auf die Skyline
von Perth genial...
An einem andern Tag habe ich dann Freemantle besucht... dort wars verglichen
mit Perth sehr ruhig, wahrscheinlich hätte ich an einem Wochenende, wo mehr
los sein soll, gehen sollen. Dann hats jeweils einen Markt, aber ich bin ja
nicht ein grosser Markt Fan...
Sonst geniesse ich hier vorallem den Ausgang und gemütliche Spaziergänge
durch den Kingspark.

Alles über meinen Trip die Küste hinunter nach Margaret River, Albany und
Esperance, sowie meine Weiterreise nach Adelaide, ev. Alice Springs und Ayers
Rock, und zurück nach Sydney wird dan inn meinem nächsten und vermutlich
letzten Bericht stehen...