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Teil 1 - Sydney und los gehts... 16. Februar 2002 bis 22. März 2002 Nun ist schon über ein Monat vergangen seit ich aufgebrochen bin um Australien zu entdecken... Darum finde ich es an der Zeit einmal was von mir hören zu lassen... An einem lauen Februar Abend bin ich also in Sydney angekommen. Naja, das gebuchte Hotel war nicht gerade sehr toll, aber zum schlafen reichte es aus... Am nächsten Tag nahm ich die ersten von in der Zwischenzeit unzähligen zurückgelegten Kilometern unter die Füsse... Und so stand ich plötzlich vor dem Opernhaus, welches ich schon von vielen Bildern kannte... War schon faszinierend, auch wenn es gerade regnete... Schon am nächsten Tag zeigte sich aber die Sonne wie auch an den folgenden Tagen. Ab der dritten Nacht wechselte ich in eines der unzähligen Backpackers. So lernte ich auch schnell ein paar Leute kennen: Ein Italiener der in 6 Monaten Australien mit den Velo umrunden will, ein Amerikaner welcher ein Auto für 250 Dollar (ca. 230 Fr.) kaufte und sogar ein Australier... auf jedenfall viele interessante Leute. Nach einigen Emails/SMS habe ich auch Britta und Dominic getroffen (Chris, merci nochmals fürs email), welche schon seit ein paar Monaten Australien unsicher machen und zufällig auch in Sydney waren. Wir waren dann noch gemeinsam an der Mardi Gras Parade, einem Schwulen und Lesben Umzug. Vom Umzug selbst haben wir zwar nicht viel gesehen, da viele Leute, welche auf Plastikkisten standen die Strasse säumten. Es war aber trotzdem sehr amüsant. Sydney ist eine echt faszinierende Stadt. Es läuft immer was, ist fussgängerfreundlich (abgesehen von den Wartezeiten an den Ampeln), bietet viele einkaufsmöglichkeiten und hat etliche Parks, welche auch rege benützt werden... realy a nice place to live... Während den 2 Wochen, welche ich in Sydney verbrachte, habe ich auch mehr oder weniger intensiv nach einem Auto ausschau gehalten. Eigentlich wollte ich zuerst einen 4WD ergattern, habe mich aber nach ein paar Abklärungen entschlossen einen Kombi zu wählen, da dies im Unterhalt einiges günstiger kommt (dafür kann ich ein bisschen länger reisen ;-)) und auf längeren Strecken komfortabler ist. So habe ich einen weissen Mazda 626 Station Wagon gekauft, und hoffe dass er mir gute Dienste leisten wird. Da ich nun also stolzer Besitzer eines Autos bin, ein australisches Bankkonto und eine australische Handynummer habe, sowie Mitglied im australischen Automobilclub bin unterscheidet mich eigentlich nur noch der Pass von einem Australier... :-) Eine gute Woche nach mir ist auch Manuel angekommen - er wird mich die ersten ca. 3 Monate begleiten. So waren wir also bereit für weitere Abenteuer und sind Richtung Süden aufgebrochen. Immer schön der Küste entlang - dem grösseren Etappenziel Melbourne entgegen... Mit der Hoffnung unser erstes Kangaroo zu sehen zog es uns ein bisschen ins Landesinnere, zum Kangaroo Valley. Wir wurdem aber enttäuscht und sahen nur ein leeres Tal... Auch von den Fitzroy Falls Wasserfällen, welche nicht besonders gross, dafür besonders hoch sind, sahen wir nur wenig, da uns ein dichter Nebel die Sicht versperrte. Dafür bot sich uns so eine besondere Athmosphäre... Das Wetter konnte also nur noch besser werden, und das wurde es auch... Das Blow Hole in Kiama, ein Loch im Fels durch das die Wellen Wasser in die Höhe schiessen lassen, konnten wir bei schönstem Wetter betrachten. Ebenso den langen Seven Mile Beach, Sand soweit das Auge reicht. Einen Kaffeehalt machten wir im Dorf Berry, welches zwar recht alt, aber für unseren Geschmack zu touristisch ist. In Nowra erweiterten wir unsere Campingausrüstung soweit, dass wir es tagsdarauf zum erstenmal auf einen Campingplatz wagen konnten. In unserer ersten Nacht im Zelt wurden wir dann auch prompt verregnet... Vom Campieren konnte uns dies aber nich abhalten, und so haben wir alle folgenden Nächte, mit einer einzigen Ausnahme im Zelt verbracht. Zum Glück blieb es seither auch immer trocken... Nachdem wir uns nun langsam daran gewöhnt hatten, dass nicht mehr soviel los ist wie in Sydney - der Kontrast Stadt - Land ist schon sehr gross - fingen wir an die Ruhe zu geniessen. Weiter gings dann zu den weissen Sandstränden in der Jervis Bay. Danach folgte im Morton National Park auch gleich unser erster Bushwalk. Eigentlich wollten wir den Pigeon House Mountain besteigen, haben aber auf halbem Weg wieder kehrt gemacht, da die Zeit bereits fortgeschritten war und wir die Rückfahrt vor Einbruch der Dunkelheit hinter uns haben wollten. Trotzdem hatten wir von einer Plattform aus eine super Sicht auf die Wälder des National Parks. Auf der Rückfahrt über die schottrige Strasse sahen wir dann überraschenderweise endlich unser erstes Kangaroo. Es stand auf der Strasse, sah uns gleich verdutzt an wie wir es, und verschwand Sekunden später im Wald... Dafür sahen wir am Strand von Durras, wo es laut Reiseführer nur so von Kangaroos wimmeln soll, kein einziges... Im Eurobodalla NP benutzten wir erstmals einen Campingplatz in einem National Park, welcher keine Dusche und nur ein Plumpsklo bot. Dafür gabs Meerblick und einen schönen Sandstrand in nächster Nähe... Als nächstes folgte der Ben Boyd NP. Als wir friedlich um unser Lagerfeuer sassen, hörten wir ein paar Schritte und dachten, unsere Zeltnachbarn seien unterwegs. Doch dann hörte es sich so an als ob etwas Gras fressen würde. Also schnell ein Griff zur Taschenlampe, und zu unserer Überraschung war ein Kangaroo nur wenige Meter von uns entfernt am weiden. Es lies sich weder von uns noch vom Geblitze des Photoapparates ablenken. Am nächsten Tag stand wieder eine Wanderung an, Ziel war der Leuchtturm am Cape Green. Auf dem Weg trafen wir zum ersten mal einen Goanna an. Am Abend warteten wir gespannt ob uns das Kangaroo wieder besuchen kommt. Tatsächlich hörten wir schon bald wieder was, sahen aber zuerst nichts, und dann etwas kleines, wuschliges. Es war ein Wombat der den Boden abgraste und sich von nichts beirren liess. Der Abstecher in diesen NP hatte sich also echt gelohnt, und unser Wissen in Tierkunde um einiges erweitert. Nach dem Eintritt in den Staat Victoria und einer Übernachtung in Mallacoota, wos wiedermal eine Dusche gab... ah... schön..., gings weiter in den Croajingolong (fragt nicht wie man das ausspricht!) NP. Nach 34km fahrt über mehr oder weniger schlaglöcherfreie Schotterpiste erreichten wir den wiederum spärlich, immerhin mit Trinkwasser ausgestatteten Campingplatz. Hier blieben wir wieder zwei Nächte und legten dazwischen einen Strandtag ein, da der lange, menschenleere Beach nur ein paar Gehminuten entfernt war. Die Wellen waren zwar fast zuhoch zum baden, was uns aber trotzdem nicht abhalten konnte uns ins Wasser zu stürzen... Auch in diesem NP erhielten wir wieder nächtlichen Besuch, diesmal von einem Possum, welchen wir kurzerhand Deby tauften, da er dauernd versuchte die Schüssel wo Deb (Fertig-Kartoffelstock) drin war auszuschlecken... Als nächstes fuhren wir nach Lake Entrance, wo der Ninety Mile Beach, einmal mehr ein unglaublich langer Sandstrand, nur noch ein bisschen länger als die andern, anfängt. Von da an wurde es wieder ein bisschen belebter, resp. wir zogen ein bisschen zügiger voran. Wir stoppten noch in Sale, und sind nun im Wilsons Promontory NP. Dies ist bis jetzt mit Abstand der belebteste NP. Auf der Fahrt hierher mussten wir feststellen, dass wir Kühlflüssigkeit verlieren. Also hab ich mich heute als Mechaniker versucht, und den Schlauch, aus dem die Flüssigkeit auszutreten schien um ein paar cm gekürzt. Es wird sich schon bald zeigen ob die nur mit einem Swiss Army Knife durchgeführte Reparatur erfolgreich war oder ob ich doch keine Karriere als Automech vor mir habe... Nach einem ansonsten ruhigen Tag heute (Expeditionsvorbereitung) brechen wir morgen zu einer zweitägigen Trekingtour auf. Das Wetter soll wie schon in den letzten Tagen hervorragend werden. Allerdings wird es nachts jeweils recht kühl. Der weitere Weg wird uns nach Melbourne, wahrscheinlich Adelaide und ev. Tasmanien führen. |
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